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Mitarbeiterbetrug

Studie belegt : Kriminelle Mitarbeiter haben es zu leicht

Der Einzelhandel tut zu wenig gegen Betrug und Unterschlagung im eigenen Haus.

Studie belegt : Kriminelle Mitarbeiter haben es zu leichtStudie des HDE
Kriminelle Mitarbeiter haben es zu leicht
Der Einzelhandel tut zu wenig gegen Betrug und Unterschlagung im eigenen Haus. Korruption und Diebstähle kosten die Branche jedes Jahr Milliardenbeträge – so eine neue Studie. Besonders erschreckend: Je höher die Hierarchie-Ebene desto größer der Schaden und desto unwahrscheinlicher eine Anklage.

Im deutschen Einzelhandel und der Konsumgüter-Industrie verschwinden jedes Jahr Milliarden-Beträge durch kriminelle Machenschaften. Auf 1,35 Mrd. Euro beziffert die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PWC) allein die Schäden durch die aufgedeckten Delikte pro Jahr. Bestechung, Unterschlagung, Betrug sowie Markenpiraterie gehören zu den häufigsten Fällen, die pro Firma im Schnitt 950.000 Euro Schaden anrichteten. Händlern und Herstellern geht allerdings Jahr für Jahr noch viel mehr Geld verloren.


Denn PWC hat bei der Untersuchung die Ladendiebstähle außen vor gelassen. Die verursachen nach Angaben des Handelsverbandes HDE Schäden von weiteren zwei Milliarden Euro – obwohl die Zahl der angezeigten Taten im vergangenen Jahr um fast sieben Prozent auf etwa 400.000 zurückgegangen ist – laut HDE auch wegen der zunehmenden, wenn auch umstrittenen Laden-Überwachung per Kamera. Etwa 0,75 Prozent des gesamten Jahresumsatzes geht dem Handel aber noch immer durch Laden-Diebstähle verloren. Diese Verluste müssen wohl die ehrlichen Kunden an der Kasse wieder ausgleichen – durch entsprechende Aufschläge auf die Preise.


Deliktarten 2007 im internationalen Vergleich
PWC hatte gemeinsam mit Kriminologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg weltweit 371 Händler und Konsumgüterhersteller, davon 89 in Deutschland, zu ihren Erfahrungen mit Wirtschaftskriminalität befragt. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen in Deutschland waren Mittelständler und beschäftigten weniger als 200 Mitarbeiter. „Die deutschen Firmen der Branchen sind mit durchschnittlich zwölf Einzeldelikten je Unternehmen doppelt so häufig betroffen wie ausländische Wettbewerber“, sagt Gerd Bovensiepen, Partner bei PWC und Leiter des Competence Centers Retail & Consumer.
Die Deutschen machen es Verbrechern offenbar besonders leicht, denn sie sparen an systematischen Kontrollmechanismen. Drei von vier entdeckten Straftaten kämen durch puren Zufall und nicht durch Ermittlungen ans Tageslicht.




„Gerade Mittelständler haben noch immer die Tendenz, diese Probleme im eigenen Haus zu verdrängen. Wenn jahrelang kein Vergehen entdeckt wurde, glauben viele Unternehmer, in ihrem Betrieb ginge alles mit rechten Dingen zu“, sagt PWC-Partner Steffen Salvenmoser, ein ehemaliger Staatsanwalt. Daher würden Gegenmaßnahmen vernachlässigt. „Dabei gibt es innerhalb des Unternehmens etwa genau so viele Täter wie außerhalb. Das ist, gerade im Mittelstand, eine unterschätzte Gefahr“, sagt Salvenmoser. Oft reiche schon das klassische Vier-Augen-Prinzip oder eine häufigere Rotation auf den Korruptionsgefährdeten Posten, um die Gefahr zu reduzieren. Dennoch will nach der Umfrage jedes dritte Unternehmen keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen gegen den Griff von Managern in die Kasse oder Annahme üppiger Geschenke durch Lieferanten starten.

45 Prozent der Befragten waren innerhalb der vergangenen zwei Jahre mehrfach – durchschnittlich acht Mal – von Unterschlagung und Betrug betroffen. Doch die Chefs geben sich sorglos: Nur 26 Prozent der deutschen Händler haben eine „Vertrauensschadenversicherung“ abgeschlossen - weltweit sind es dagegen 44 Prozent. „Dabei können finanzielle Verluste in der Größenordnung von über einer Million Euro insbesondere kleine mittelständische Betriebe in ihrer Existenz bedrohen“, heißt es in der Studie. Hinzu kämen indirekte Schäden aufgedeckter Krimi-Fälle wie Rückgang der Arbeitsmoral, Reputationsverlust oder zusätzlichen Zeitaufwand durch das Management.
Bei den bundes- oder gar europaweit vertretenen Unternehmen ist es schwieriger, etwa einen Einkäufer zu bestechen als bei den kleineren Anbietern. „Große Firmen versuchen, dem Problem der Korruption systematisch vorzubeugen. Da möchte sich im Fall der Fälle kein Manager von Anteilseignern oder Öffentlichkeit vorwerfen lassen müssen, er hätte vorher nichts getan“, sagt Salvenmoser. Grundsätzlich gebe es „keinen Bereich in den Unternehmen, der frei von Betrugsfällen ist“.

Bei der untersuchten Wirtschaftskriminalität oberhalb des Ladendiebstahls „entstehen auf jeder Hierarchie-Ebene signifikant hohe Schäden, bis hinauf in die oberste Führungsebene. Dann gehen Schäden schon mal in die hunderttausende oder gar Millionen“, sagt der frühere Staatsanwalt. Erschreckend für einfache Mitarbeiter, die mal etwas mitgehen oder sich von Lieferanten einladen lassen: „Je höher die Führungsebene ist, in der ein Fall von Wirtschaftskriminalität aufgedeckt wird, desto geringer ist die Chance, dass es zu einer Anzeige kommt“, meint Salvenmoser. Denn viele Mittelständler befürchten immer noch, dass eine Anzeige gegen eine Führungskraft öffentliches Aufsehen erregt, das dem Unternehmen zusätzlich schaden könnte. Beim einfachen Verkäufer oder der Frau in der Produktion hegt man da offenbar weniger Befürchtungen.
Auf den umstrittenen Einsatz von Kameras – wie zuletzt etwa bei der Discounterkette Lidl - könnten die Ladenbetreiber zur Verhinderung von Diebstählen wohl kaum verzichten: „Jeder Unternehmer hat grundsätzlich ein Recht darauf, sein Eigentum zu schützen. Nur muss er sich dabei im Rahmen der Gesetze bewegen“, meint der PWC-Experte. Der Handelsverband HDE sieht es genau so: „Videoüberwachung der Verkaufsräume ist für den Einzelhandel zur Verhinderung und Aufklärung von Diebstählen und Raubüberfällen unverzichtbar.

geschrieben von Presse am 30.05.2009 um 17:04 Uhr.


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